Alte Weggefährten kämpfen jetzt gemeinsam gegen Darmkrebs
Arnsberg. Sie kennen sich, sind „alte Weggefährten“, wie es so schön heißt – und jetzt arbeiten sie wieder zusammen: Dr. med. Hartwig Schnell (ehemaliger Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie des Alexianer Klinikums Hochsauerland) und Dr. med. Axel Dierig (Praxis für Gastroenterologie, Hepatologie und Innere Medizin im Alexianer MVZ Hochsauerland).
Alte Weggefährten arbeiten wieder zusammen
Eigentlich ist Dr. Schnell bereits seit August 2025 im Ruhestand – aber gut für alle Patienten: Der Mediziner kann es offenbar „nicht lassen“. Erst kürzlich war er zwei Wochen ehrenamtlich in Afrika tätig. Im St. Benedicts Ndanda Hospital in Tansania half er bei endoskopischen Untersuchungen wie Darmspiegelungen, begleitete außerdem Sprechstunden, Visiten sowie die fachärztliche Aus- und Weiterbildung. Kaum zurück, folgte nun sein Eintritt in die MVZ-Praxis.
MVZ steht für „Medizinisches Versorgungszentrum“, zu dem die Praxis in der Hellefelder Straße in Alt-Arnsberg gehört. Schon seit den 1970er Jahren finden dort gastroenterologische Untersuchungen statt. Facharzt Dr. Dierig hat die Praxis 2001 übernommen und sich als Arzt niedergelassen.
„Mit Weiterführung der Praxis unter dem Dach des Alexianer MVZ Hochsauerland im Juli 2023 wurde das ambulante medizinische Versorgungsspektrum in Arnsberg langfristig gesichert“, erklärt Richard Bornkeßel, Pressesprecher des Klinikums. Die ambulante gastroenterologische Einrichtung setze mit Darmkrebsvorsorge einen wichtigen Schwerpunkt und decke mit rund zehn Vorsorgeuntersuchungen täglich ein großes Einzugsgebiet ab.
Gemeinsame Erfahrung und fachlicher Austausch
Doch zurück zu den „Docs“: Beide Mediziner kennen sich schon lange. Seit einer früheren gemeinsamen Tätigkeit im Marienkrankenhaus in Wickede-Wimbern im Jahr 1993 haben sie Kontakt gehalten. In der Arnsberger MVZ-Praxis sind sie nun wieder vereint und schätzen daran vor allem „den guten fachlichen Austausch“, der für ihre Patientinnen und Patienten von großem Vorteil sei.
„Darmspiegelungen sind wichtige Vorsorgeuntersuchungen, weil dabei auch Polypen im Darm, die Krebsvorstufen darstellen, entfernt werden“, erklärt Dr. Schnell.
KI unterstützt bei Darmspiegelungen
„Ab an die Arbeit – sonst macht’s die KI?“ Natürlich nicht. Aber die Praxis im Arnsberger Ärztehaus hat sich tatsächlich nicht nur fachärztlich verstärkt – auch die Diagnostik wird durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz erweitert.
Dabei hilft ein neues KI-Tool, das in Verbindung mit hochmoderner Diagnosetechnik bei endoskopischen Untersuchungen auch kleinste Polypen sichtbar macht und somit die medizinische Expertise erweitert, berichten die beiden Fachärzte.
Das besonders sensibel eingestellte KI-Tool kennzeichne während der Darmspiegelung kritische Stellen und stelle diese auf einem speziellen zusätzlichen Monitor dar. Die Darmschleimhaut werde virtuell eingefärbt und ermögliche durch die Verstärkung des Kontrastes noch genauere Diagnosen.
„Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat sich bewährt, weil vor allem kleine, von einer Erkrankung betroffene Stellen deutlicher dargestellt werden“, betont Axel Dierig. Sehr flache Polypen an kritischen Stellen im Darm – vor allem im Bereich der Darmwindungen – seien mit bloßem Auge manchmal nur schwer zu erkennen, so das Mediziner-Duo.

